Bernd Böhne gibt der Pandemie einen Sound.
Der Künstler präsentiert ein neues Album, das ordentlich fetzt, aber auch leisere Töne anschlägt: echte Herzstücke aus dem Ruhrpott. Coco Corona – ein echtes Miststück. Wer zweifelt noch an der Einschätzung, wenn sie aus dem Munde eines Künstlers kommt, der unter den zahlreichen Einschränkungen der Pandemie gelitten hat. Bernd Böhne, Künstler aus Kamen, hat der Corona-Krise Songs gewidmet, gibt ihr pandemische Verse. Coco Corona (Miststück) heißt ein Song und ist Teil einer neuen CD, die der Musiker jetzt mit seiner Band unter dem Titel „Klubhaus Music“ veröffentlicht hat. Rau, erdig, rockig, aber auch eingängig mit Hit-Potenzial, auf jeden Fall hochsolide produziert und mit großem Klanggefühl für die Region: Man merkt beim Hören sofort: Die zwölf Titel, überwiegend selbst von Böhne geschrieben, arrangiert und eingespielt, sind von hier – buchstäblich Herzstücke aus dem Pott, darunter die Kamen-Hymne „Kamen – Mein Ruhrgebiet“ und ein weiteres Pandemie-Stück unter dem Titel „Corona-Blues“. Drei Cover-Stücke gibt es auf dem Album, darunter „China Girl“ von David Bowie und „Heaven stood still“ von Willy DeVille, bekannt aus der fast gleichnamigen Band Mink DeVille. Zwei Künstler, die Böhne sehr schätzt. „Cococococo Corona – wenn ich dich mal ans Schlafittchen krieg, desinfizieren werde ich dich“, heißt es im Refrain der kurzen Schlagersatire mit „Ballermann-Charakter“, wie Böhne lacht. Und singt weiter: „Mit dem Impfstoff im Arsch, strotzt vor neuer Kraft, das Leben ist nun wieder live…“ Die Ideen zu den Songs kommen ihm meist am Klavier, wenn er sich ein Thema gesetzt hat und dazu gedanklich nach einer Melodie fahndet. „Ich will Geschichten erzählen, auch vom Leben auf der Bühne, das jetzt so gefehlt hat.“ Begleitet haben ihn Künstler, mit denen er auch bei anderen Projekten wie das Musical „Radio Ruhrpott“ zusammen arbeitet. Wie Claudia Stern, Martin Hausmann, Klaus „Nappo“ Bernatzki, John de Silva, Sean Athens und Luca di Leo.